(IBB Minsk, 28.-30. November 1997)
Vor dem Hintergrund der innen- und außenpolitischen Entwicklung in
Weißrußland seit der Auflösung des 13. Obersten Sowjet im November
1996 trafen sich Politologen, Historiker und Wirtschaftsfachleute
aus Weißrußland und Deutschland zu einem wissenschaftlichen
Austausch. Grundlage der Diskussion war ein Papier zur "Nationalen
Strategie für Weißrußland", das vom Minsker Forschungszentrum
"Vostok-Zapad" vorgelegt wurde. Am Minsker Forum I nahmen 20
Personen teil. Die Veranstaltungsreihe wurde ins Leben gerufen, um
den durch die gegenseitige "Kontaktsperre" verhinderten kritischen
Dialog zwischen dem Westen und Belarus auf der Ebene der politischen
Beobachter und Akteure nicht abreißen zu lassen. Daß aus diesem
Treffen, an dem Experten und Beobachter, jedoch noch keine Akteure
aus Politik und Wirtschaft teilnahmen, ein Instrument des
dauerhaften Dialogs zwischen Belarus und dem Westen werden sollte,
war im November 1997 nicht abzusehen gewesen.
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(IBB Minsk, 26.-28. November 1998)
Am Vorabend der Osterweiterung der NATO bis an die Westgrenze von
Belarus traf sich das zweite Minsk Forum. Belarus, das sich zu
diesem Zeitpunkt bereits zwei Jahre in einer selbstverschuldeten
Isolation in Europa befand und sich dringend notwendigen Reformen
des Wirtschaftssektors verweigerte, sah sich mit einer wachsenden
Kritik durch das übrige Europa konfrontiert. Die schwierige Nähe zum
neuen NATO-Mitglied Polen, die frontenreiche Innenpolitik sowie die
Wirtschafts- und Finanzlage des Staates haben das Themenspektrum des
Forums geprägt. Erstmals nahmen am Gespräch neben Wissenschaftlern
und Vertretern des NGO-Bereiches auch Politiker aus den
Oppositionsparteien, aus der Administration des Präsidenten sowie
verschiedener belarussischer Ministerien teil. Insgesamt waren fast
siebzig Teilnehmer aus fünf Ländern anwesend; vertreten waren in
diesem Jahr auch erstmals die Deutsche Botschaft, das
Europaparlament und die OSZE, die seither das Minsker Forum regelmäßig unterstützen.
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(IBB Minsk, 26.-28. November 1999)
Spätestens mit seiner dritten Veranstaltung ist das Minsker Forum zu einer
Institution im politischen Austausch zwischen Belarus, der
Bundesrepublik Deutschland und den europäischen Partnern geworden.
Als Veranstalter wirkten neben der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem
Minsker Analysezentrum "Strategija" die neugegründete
Deutsch-Belarussische Gesellschaft (dbg) und die Deutsche
Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) mit. Die Tagung widmete sich
der Bestandsaufnahme zur politischen und wirtschaftlichen Situation
in Belarus und der Perspektivbeschreibung angesichts der
krisenhaften Binnenlage und der Integrationsabsichten mit Rußland.
Die Anwesenheit zahlreicher Medienvertreter zeugte von der großen
Aufmerksamkeit, die dem Minsker Forum als Dialogform zwischen
Belarus und seinen Nachbarstaaten entgegengebracht wurde. Das
offizielle Belarus war durch den Chef des Planungsstabes und den
Chef der Westeuropaabteilung im Außenministerium der Republik
vertreten. Das Forum sah eine "doppelte Integration" mit Rußland und
dem Westen als strategische Option internationaler Politik für
Belarus an, dessen politische Zukunft angesichts der
wirtschaftlichen und politischen Isolation offener denn je war.
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(IBB Minsk, 24.-26. November 2000)
Belarus blieb 2000 ein Problemfall der europäischen Politik. Die
Parlamentswahlen im November 1999 führten nicht zu dem erhofften
Wandel im gegenseitigen Verhältnis zwischen Belarus und dem
integrierten Europa. Präsident Lukaschenkas Wahrnehmung des Westens
hatte sich nicht wesentlich gewandelt; die westlichen Regierungen
ihrerseits konnten für den künftigen Nachbarstaat der Europäischen
Union keine außenpolitische Vision entwickeln. Das Minsker Forum war
2000 zur letzten großen öffentlichen Dialogform des Westens mit
Belarus geworden. Der damalige erste Stellvertreter des
Außenministers, Sergej Martynov, plädierte dafür, die gegenseitigen
Beziehungen neu zu justieren. Die Synchronisierung der politischen
Kultur und der Rechtskultur stellt neben der Verringerung des
sozioökonomischen Abstands die Schlüsselfrage der Osterweiterung und
der neuen Nachbarschaftspolitik dar. Das Europa der EU braucht eine
Vision nicht nur für seine neuen Mitglieder, sondern auch für die
neuen Nachbarn. Das Minsker Forum IV hat dazu beitragen, den Dialog
mit Belarus nicht abreißen zu lassen und das Wissen um die
innenpolitischen und wirtschaftlichen Konfliktfelder zu erweitern.
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(IBB Minsk, 23.-25. November 2001)
Die Präsidentschaftswahlen in Belarus am 9. September 2001 haben die
politische Landschaft in Belarus formal unverändert gelassen.
Präsident Lukaschenka wurde für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt.
Die Ereignisse des 11. September 2001 hingegen haben gezeigt, daß es
künftig in Europa keine Politik der Isolation mehr geben kann.
Rußland unter Putin ist weit auf den Westen zugegangen. Es gilt, den
Prozeß der europäischen Integration offensiv und mit Augenmaß zu
gestalten. Die Erweiterung der EU wird für Polen in 2004 erwartet;
Belarus wird noch in der Amtszeit des jetzigen Präsidenten zum neuen
Nachbarn werden. Diesen Zeitpunkt gilt es jetzt vorzubereiten. Die
Zeit des Wandels in den gegenseitigen Beziehungen ist gekommen. Es
wird von der Bereitschaft der Minsker Administration und dem Europa
der EU und des Europarates abhängen, ob neue Beziehungen aufgebaut
werden können und die "Kontaktsperre" fallen kann. Die Achtung der
Menschenrechte in Belarus wird das wichtigste Kriterium in diesem
Prozeß sein. Das Minsker Forum V findet zu einem schwierigen
weltpolitischen Zeitpunkt statt. Die Nato, mit dem Belarus eine
"Partnerschaft für den Frieden" verbindet, befindet sich im
Bündnisfall und mithin im Krieg. Es gilt, die Lage in Belarus nach
den Wahlen zu analysieren, die Perspektiven in Politik und
Wirtschaft zu beschreiben und gemeinsame Handlungsfelder zur Wahrung
der europäischen Sicherheit zu erschließen.
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(IBB Minsk, 29. November - 1. Dezember 2002)
Das "Minsk Forum VI", veranstaltet von der deutsch-belarussischen gesellschaft (dbg) unter
Schirmherrschaft der Deutschen Botschaft und in Zusammenarbeit mit
der Friedrich- Ebert-Stiftung fand vom 29.11. bis 1.12.2002 in der
Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte Minsk statt.
Kooperationspartner in Minsk waren neben der Repräsentanz der
deutschen Wirtschaft, das Analysezentrum "Strategija", die
"Europäische Humanistische Universität", das "Forschungsinstitut für
Entwicklung und Sicherheit". Als Projekt im Rahmen des
Förderprogramms Belarus des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung ist das "Minsk Forum VI" großzügig
gefördert worden.
Das Treffen war dem zehnjährigen Jubiläum der
Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Belarus
1992 und einer Bilanz der deutsch-belarussischen Beziehungen
gewidmet. Das Ziel des Forums, den Dialog auf der Ebene einer
Nichtregierungsorganisation zu organisieren und das Gespräch
aufrechtzuerhalten wurde in diesem Jahr erreicht. Die Anwesenheit
von Repräsentanten der Staatsspitze und der Gesellschaft aus beiden
Staaten hat dies deutlich gezeigt. Die Bundesregierung,
repräsentiert durch das Auswärtige Amt, die Deutsche Botschaft, das
Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung, kündigte auf dem "Minsk Forum VI" eine Neuauflage des
Förderprogramms Belarus in Höhe von 2,5 Mio. Euro an. Die
belarussische Seite, die mit Außenminister Michail Chwostow und dem
Leiter der Präsidialadministration Prof. Ural Latypow vertreten war,
teilte mit, dass die deutsch-belarussischen Beziehungen
strategischen Charakter haben, dass ungeachtet der Ereignisse von
Prag eine Fortsetzung des Dialogs möglich und nötig ist. Zusätzlich
signalisierte sie neue Gesprächsbereitschaft über die Zukunft der
OSZE-Beobachtungs- und Beratungsgruppe in Minsk.
Zu den inhaltlichen Ergebnissen des Minsk Forums VI
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(IBB Minsk, 25.-27. März 2004)
Das "Minsk Forum VII" am 25. bis 27. März 2004 war unter dem Titel "Deutschland-
Polen-Belarus: Neue Nachbarschaft nach der Erweiterung der Europäischen Union"
den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen des
gesamteuropäischen Integrationsprozesses für die Europäische Union und Belarus
gewidmet. Die Deutsch-Belarussische Gesellschaft, die Deutsche und die Polnische
Botschaft führten diese Veranstaltung in Kooperation mit zahlreichen deutschen und
polnischen Partnerinstitutionen durch.
Erstmals haben Deutsche, Polen und Belarussen gemeinsam über ihre Zukunft in
Europa gesprochen. Die Beziehungen zwischen der EU und Belarus sind
angespannt und sie bleiben es, weswegen die EU im Mai 2004 festgelegt hat,
vorläufig keine weiterführenden Schritte im Rahmen der "Neuen Nachbarschaft" zu
unternehmen. Treffen wie das Minsk Forum gewinnen dadurch eine zusätzliche
Funktion: Strategiegespräche zu politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Themen
können im größeren Kreis vorläufig am besten auf Tagungen von
Nichtregierungsorganisationen ausgetragen werden.
Fotos vom Minsk Forum VII
Zu den inhaltlichen Ergebnissen des Minsk Forums VII (PDF)
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(IBB Minsk, 24.-27. November 2005)
Vom 24. – 27. November 2005 hat in der belarussischen Hauptstadt das achte Minsk Forum
stattgefunden. Insgesamt zählte das diesjährige Minsk Forum 350 Teilnehmer. In der Tat
war das Minsk Forum VIII, das in den Arbeitsgruppen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
tagte, das "Forum der deutlichen Worte", wie eine Teilnehmerin bemerkte. Der Vizepräsident
des Europäischen Parlaments, Janusz Onyszkiewicz, machte deutlich, dass Belarus von der
Europäischen Union als Land angesehen werde, in dem die Demokratie auf dem Rückzug sei. Die
EU sei bereit, die Kooperation mit Weißrussland in vielerlei Hinsicht zu verstärken.
Botschafter Dr. Norbert Baas, Beauftragter für Russland, Zentralasien und den Kaukasus
im Auswärtigen Amt, unterstrich, dass Deutschland sich ein prosperierendes Belarus wünsche,
sowohl im wirtschaftlichen als auch im politischen Sinn. In seinem Festvortrag betonte
der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Dr. Wolfgang Gerhardt, dass Belarus wie auch
die Ukraine eine europäische Perspektive braucht, allerdings nur dann, wenn sich auch in
Belarus "in freien Wahlen Parlamente konstituieren und alle gleiche Chancen im politischen
Wettbewerb haben". Das Minsk Forum könnte sich künftig dem Format eines runden Tisches
annähern, so Rainer Lindner in der abschließenden Pressekonferenz.
Fotos vom Minsk Forum VIII
Programm in deutscher Sprache (PDF)
Programm in russischer Sprache (PDF)
Programm in englischer Sprache (PDF)
Presssespiegel in englischer und russischer Sprache (PDF)
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(IBB Minsk, 9.-11. November 2006)
Vom 9. bis zum 11. November 2006 trafen sich zum neunten Mal Politiker, Diplomaten,
Wissenschaftler und Fachleute aus Deutschland, Belarus und dessen Nachbarstaaten
auf dem Minsk Forum. Veranstalter der Konferenz waren die deutsche Botschaft in
Minsk, die Deutsch-Belarussische Gesellschaft sowie die Stiftung Wissenschaft und
Politik in Berlin. Insgesamt trafen sich 310 Vertreter aus den Bereichen Politik,
Wirtschaft und Gesellschaft. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der nahenden
EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands stand das Forum in diesem Jahr unter dem
Leitsatz "Belarus – Nachbarschaft und Transit in Europa: Außenpolitik, Wirtschaft,
Gesellschaft und Kultur". Die erste Arbeitsgruppe fand in der Internationalen Bildungs-
und Begegnungsstätte "Johannes Rau" statt und befasste sich mit den außenpolitischen
Gegebenheiten und Perspektiven der Republik Belarus. Dabei standen insbesondere
strategische Konzepte in den EU-Belarus-Beziehungen im Fokus. Der stellvertretender
Leiter der Delegation der Europäischen Kommission in der Ukraine kündigte indirekt
das 14 Tage nach dem Minsk Forum veröffentlichte Non-Paper für Belarus an, das sich
als Angebot an die belarussische Bevölkerung wendet und die möglichen Vorteile und Chancen
vertiefter Beziehungen zwischen Minsk und Brüssel skizziert. Die Teilnehmer der zweiten
Arbeitsgruppe erörterten die russisch-belarussischen Energiebeziehungen. Der Leiter
der Abteilung für Außenbeziehungen des Unternehmens Beltransgaz betonte, dass Russland
auch in den nächsten acht bis zehn Jahren der praktisch einzige Lieferant von Naturgas
für Belarus bleiben werde und dass eine Diversifizierung der Gasimporte analog zum
ukrainischen Modell aus technischen Gründen nicht realisierbar sei. Die Teilnehmer der
dritten Arbeitsgruppe beschäftigten sich mit der technischen und humanitären Zusammenarbeit
Deutschlands mit Belarus. Ebenso wurden Kommunikationsmöglichkeiten für Jugendliche diskutiert,
wobei sich herausstellte, dass neben den traditionellen Möglichkeiten zum Informationsaustausch
wie Telefon, Zeitung und Zeitschrift treten immer mehr die Möglichkeiten des Internets in den Vordergrund:
Homepages, E-Mail und Web-Blogs spielen in zunehmendem Maße eine Rolle.
Fotos vom Minsk Forum IX
Programm in deutscher Sprache (PDF)
Programm in russischer Sprache (PDF)
Programm in englischer Sprache (PDF)
Presssespiegel in russischer Sprache (PDF)
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Presseberichte (DW-World.de)
Запад требует политических изменений в Беларуси
Минский форум начал свою работу
В Минске открывается германо-белорусский форум
Минский форум отмечает юбилей
Беларусь компенсирует повышение цен на энергоносители
Проблемы самоидентификации белорусов

Fernsehberichte (TVR.by)
Bericht vom 22.11.2007 17:00 Uhr
Bericht vom 23.11.2007 12:00 Uhr

Bildergalerie
Minsk Forum Galerie 2007
